Gesehen am 19. Oktober 2025
Heute ist Kulturtag, Manuela wollte es so und dann machen wir es! 14:00 „Phantom der Oper“, dann was Essen gehen (wissen noch nicht wo), 19:00 Uhr „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ im Burgtheater. Wuuuuppi!
Ich bin ja kein großer Musicalfan und praktisch alle Musicals, die ich gesehen habe, hab ich mit Manuela gesehen, häufig mit unseren Kindern, Musicals sind eine gute Zwischenstufe von Kindertheater zu Erwachsenentheater. Naja, dachten wir zumindest, richtig funktioniert hat das nicht. Mein erster Andrew Lloyd Webber war „Jesus Christ Superstar“, in der Aufführung durch das Ensemble 83 in Bruck/Leitha (ich glaube meine Kusine hatte eine kleine Rolle darin). Das Ensemble 83 gibt es längst nicht mehr, der Initiator und Regisseur der Truppe ist heute allerdings weithin bekannt und geschätzt: Josef E. Köpplinger. Kurze Zeit später hielt es meine Musiklehrerin für angebracht, dass wir uns mit dem Theater der Jugend alle „Cats“ ansehen, den großen Musicalhit der 1980er-Jahre. Das fand ich ebenso beeindruckend wie verwirrend, ich konnte diese ganzen Katzen nicht auseinanderhalten und worum ging es in dem Stück überhaupt und am Ende kommt eine alte Katze in den Katzenhimmel, was??? Die Platten dazu hab ich oft gehört, meine Eltern hatten nur etwa 10 LPs, aber „Cats“ war eine davon.
Dann war lange nix mit Musical.
Bis Manuela, die Kinder und ich in London waren und uns „Charlie and the Cocolate Factory“ ansahen. Und später, auch in London „Les Miserables“ und „Hamilton“. Und in Wien „Elisabeth“, „Ich war noch niemals in New York“, „Dirty Dancing“, „Sister Act“, „Mamma Mia“ und „Der Besuch der alten Dame“. Ach ja, in London dann auch noch „Phantom of the Opera“. Man holt auf mit der Zeit und das alles hätte ich ohne Manuela nie gesehen, was sehr schade gewesen wäre.
Zugegebenermaßen weiß ich jetzt nicht mehr wahnsinnig viel von der Aufführung im Raimundtheater (vielen Dank an Gertraud und Gerhard für das Organisieren sehr guter günstiger Karten, Reihe 9, Parkett, wow), weil das jetzt auch schon drei Wochen her ist, aber es war schwungvoll, unterhaltsam, mitunter mitreißend, musikalisch gut gemacht mit ein paar wirklich schönen Melodien, dazu parodistisch (die Opernarien!), gut gespielt, getanzt, gesungen und es gab horrible, um nicht zu sagen erschreckende, Momente (die Morde! der Luster!) und ich weiß bis jetzt nicht, was ich von der Handlung halten soll. Irgendwo in einer Oper lebt eine Art verrückter Einsiedler, verunstaltet, genial und schafft es, das ganze Theater samt Direktion unter seine Kontrolle zu bringen? Und bringt die junge, talentierte Schöne dazu, sich in ihn wenigstes halbherzig zu verschauen? Und macht sie zum Star? Und wird erwischt, aber nicht gefasst? Weil er sich in Luft auflöst? Und zwischendurch fahren sie in einer Gondel durch unterirdische Kanäle als ob es Venedig wäre? Die Handlung scheint mir jetzt auch nicht viel durchsichtiger als die von „Cats“. Naja, wenigstens sehen die Figuren nicht alle gleich aus. Aber das tut der guten Unterhaltung keine Abbruch, die Zeit verfliegt im Flug, ein Effekt folgt auf den nächsten, immer ist etwas, das einen belustig, erstaunt, berührt, enttäuscht, erfreut, erwärmt … ein Bad der Gefühle! Und es fühlt sich gut an!










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