Am 8. November 2025, 12:00 Uhr
Die Deckengemälde des 1888 neu eröffneten Burgtheaters an der Ringstraße waren das letzte Mal vor rund 50 Jahren ausführlich zu besichtigen und dass es jetzt wieder der Fall ist, liegt an einem Wasserschaden der Decke, der eine Renovierung notwendig machte, woraufhin beschlossen wurde, das Gerüst für die Renovierungsarbeiten auch für Führungen zu nutzen.
Die Gemälde sind von kunsthistorischer Bedeutung, stellen sie doch frühe Werke von Gustav Klimt, dessen Bruder Ernst Klimt und Franz Matsch (bekannt durch die Anker-Uhr am Hohen Markt) dar. Und zeigen unter anderem das einzige Selbstporträt Gustav Klimts, der sich als Betrachter einer Shakespeareaufführung im Londoner Globe selbst verewigt hat (am Rande – und auch seinen Bruder Ernst und Matsch).
Zehn der Deckengemälde, die allesamt innerhalb nur eines Jahres entstanden, wurden thematisch von der Direktion vorgegeben, zwei durften Matsch, Klimt und Klimt frei gestalten.
Die Führung begann im Nebenraum des Pausenfoyers, führte zu den Deckengemälden der Kaiserstiege (wo Kaiser Franz Joseph I. die extra hinzugefügte Katharina Schratt an der Decke bewundern konnte), ging wieder in den Hauptteil des Gebäudes, wo die großartige Guide zur Geschichte des Burgtheaters (derzeit 250 Jahre Burg, eine Ausstellung des Theatermuseums) referierte, um dann zum Höhepunkt, der nahen Ansicht auf dem Gerüst direkt unter der Decke des Burgtheaters die Gemälde von Matsch, Klimt und Klimt betrachten zu können. Viele Details fallen einem erst jetzt auf: dass die vermeintlichen Mosaikteilchen auf den Nebengemälden in Wirklichkeit gemalt sind; dass die Figuren am Rand der Decke schwarzweiß gehalten sind, um den Eindruck von Plastiken zu erwecken und die Buntheit der Hauptgemälde zu betonen. Wie zahlreich die Gipsverzierungen der Decke sind. Wie eindrucksvoll und präzise die Figurengruppen der Giebelwände sind. Wie kurios die von kleinen Schauspielern erfüllten Schwäne und Eulen aussehen. Und wie hoch man über dem Erdboden herumgeht.
Eineinhalb Stunden voll von gekonnter und gelehrter Erzählung und wunderbar Anzusehendem sind schnell vorbei. Bis Juni 2026 gibt es noch die Gelegenheit, das zu erleben. Dann ist wieder Schluss, vielleicht wieder für 50 Jahre. Weitere Infos














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